Ich muss den Teller leer essen! Ich kann nicht aufhören zu essen!

Ich muss den Teller leer essen! Ich kann nicht aufhören zu essen!

Nach der Hälfte hast du eigentlich genug, aber etwas zwingt dich, weiterzuessen.
Dein Körper sagt dir, dass du satt bist, aber du kannst nicht aufhören zu essen, bevor der Teller leer ist.

Ratschläge à la: „Stell den Teller zur Seite, du kannst ja in 5 Minuten weiteressen, wenn du willst.“ haben nie etwas gebracht.

Das ist nicht deine Schuld! In diesem Beitrag erfährst du, was wirklich hilft, wenn du es nicht schaffst, mit dem Essen aufzuhören.

1. Ernährst du dich falsch?

Wenn du dich damit herumschlägst, den Teller leer essen zu müssen und nicht aufhören können zu essen, hast du bestimmt schon einmal den guten Ratschlag bekommen, dich „richtig“, „gesund“ und „ausgewogen“ zu ernähren.

Die Theorie:
Du kannst nichts auf dem Teller lassen, weil deine Ernährung zu viele verarbeitete Lebensmittel enthält, zu viele einfache Kohlenhydrate und zu viel Zucker, die vermutlich gar süchtig machen.

Würdest du dich ausgewogen ernähren, mit viel Gemüse, Vollkornprodukten, ballaststoffreich und zuckerarm, hättest du gar nicht das Verlangen, weiterzuessen obwohl du schon satt bist.

Das ist eine Milchmädchenrechnung.

Wenn du nicht aufhören kannst zu essen, hat das nichts damit zu tun, WAS du isst. Sondern vielmehr damit, WARUM du isst.

Die Ernährung ist ein zu vernachlässigender Faktor.
Emotionales Essen und falsches Denken sind die Ursachen dafür, dass du nichts auf dem Teller liegen lassen kannst.

2. „Ich darf nicht weiteressen.“ – Was denkst du?

Hinter dem Drang, den Teller leer zu essen, stehen Denkmuster, die den Drang aufrechterhalten und verstärken.

Kommen dir diese Gedanken beim Essen bekannt vor?

„Ich darf nicht weiteressen.“
„Ich darf nicht überessen.“
„Ich muss aufhören zu essen.“
„Dieses Mal muss ich es schaffen.“

Oder auch:

„Ich darf mir doch auch mal was gönnen.“
„Nicht mal das erlaube ich mir.“
„Wofür gebe ich soviel Geld aus / koche extra, wenn ich dann doch nur 5 Bissen esse.“

Dahinter stehen oft Glaubenssätze wie:

„Ich kann nicht aufhören zu essen.“
„Ich bin schwach.“
„Ich bin undiszipliniert.“
„Ich kann nicht abnehmen.“

Und:

„Ich bekomme nicht genug.“
„Ich komme zu kurz.“
„Ich habe das nicht verdient.“

Diese wiederum beruhen auf Überzeugungen wie:

„Ich bin nicht genug.“
„Ich genüge nicht.“
„So, wie ich bin, bin ich nicht liebenswert.“
„Ich muss etwas tun, damit ich gemocht werde.“
„Ich muss leisten.“

Puh, da geht es schon bei dem scheinbar trivialen Thema Kann nichts auf dem Teller lassen ganz schön ans Eingemachte.

Lass uns die Glaubenssätze, die dazu führen, dass du nicht aufhören kannst zu essen, der Reihe nach anschauen.

2.1. „Ich muss aufhören zu essen“ vs. „Ich darf mir was gönnen.“

Ist dir aufgefallen, dass sich die ersten beiden Blöcke widersprechen?

Einerseits bist du sicher: „Ich darf nicht weiteressen.“ Und: „Dieses Mal muss ich es schaffen.“

Andererseits sagst du dir: „Ich darf mir doch auch mal was gönnen.“ Oder: „Warum koche ich extra, wenn ich dann doch nur 5 Bissen esse.“

Motivation gibt es als Motivation weg von etwas und Motivation hin zu etwas.

Im Fall des Tellerleeressens verknüpfst du Weg-von-Motivation mit weniger essen. Du willst schlanker sein und weniger essen.

Deine Hin-zu-Motivation bezieht sich aber auf Gegensätzliches: Du findest Essen lecker oder willst dir was gönnen oder willst, dass sich Kochen lohnt – und willst mehr essen.

Gleichzeitig mehr und weniger essen, das geht nicht. Das versteht dein Gehirn nicht.

Was denn nun, essen oder nicht essen?

2.2. Gönnen und Selbstliebe

Wie sprichst du mit dir selbst?

Einerseits machst du dich permanent fertig, musst leisten, darfst keine Pause machen, sollst täglich To Dos abspulen wie eine Wahnsinnige.

Und andererseits sollst du dir was gönnen, dich beim Essen (wenigstens beim Essen!) richtig gehen lassen?

Wenn du den Zwang, den Teller leeressen zu müssen, loswerden willst, darfst du deine inneren Stimmen ins Gleichgewicht bringen.
Hör auf, dir Druck zu machen und sei nachsichtig und liebevoll zu dir.

Sorge dafür, dass Wohlergehen, sich um dich kümmern, dir etwas gönnen auf anderem Wege in dein Leben kommen, nicht (nur) über Essen.

2.3. „Ich kann nichts auf dem Teller lassen“ ist ein Glaubenssatz!

Du isst und spürst, wie du langsam satt wirst.
Noch ein paar Bissen, dann ist der Teller leer.

Du denkst: „Ich kann nicht aufhören zu essen.“

Das ist kein zufälliger Gedanke, der ausgerechnet immer während des Essens auftaucht. Es ist auch keine Beschreibung der Realität.

Es ist ein Glaubenssatz.

Du bist davon überzeugt, den Teller leeressen zu müssen. Dass du nicht aufhören kannst. Dass du schwach und undiszipliniert bist und sowieso niemals schlank sein wirst.

Was soll’s, dann kannst du ja auch weiteressen.

Stopp!

Lass dich nicht von deinen Gedanken in die Irre führen.

Was du denkst, spiegelt nicht die Realität wider, sondern lediglich das, was du für die Realität hältst. Deine Glaubenssätze sind Denkgewohnheiten, keine objektiven Wahrheiten.

Mach dir bewusst, was du denkst und hinterfrage es
Bist du wirklich schwach und undiszipliniert? Ich wette, dass du in vielen Bereichen deines Lebens überaus willensstark und diszipliniert bist.

Wirst du niemals abnehmen können? Jede:r kann abnehmen – es kommt nur auf das richtige Mindset und den angemessenen Umgang mit emotionalem Hunger an.

2.4. „Ich genüge nicht.“ – Dein inneres Kind will den Teller leeressen, nicht du

Hinter negativen Glaubenssätzen stehen andere, grundliegende, die du dir als Kind zu eigen gemacht hast:

„Ich genüge nicht.“
„So, wie ich bin, bin ich nicht liebenswert.“

Unbewusst erfüllst du die Erwartungen deiner Eltern, wenn du nichts auf dem Teller lässt. Egal, wie alt du jetzt bist.

Kinder wollen geliebt werden und tun alles, um die Anerkennung ihrer Bindungspersonen zu bekommen.

Meine Großeltern lobten mich, wenn ich den Teller nicht nur leeraß, sondern ihn auch noch ableckte.

Dann scheint morgen die Sonne!

Beschäftige dich mit deinem inneren Kind.
Tritt in Beziehung zu ihm.
Mach dir klar, dass du jetzt groß bist. Dass du gut bist, wie du bist. Ob du alles aufisst oder die Hälfte liegen lässt.

Ratschläge wie Stell den Teller zur Seite, du kannst ja gleich weiteressen, wenn du noch Hunger hast oder Hör auf deinen Körper und hör auf zu essen, wenn du satt bist bringen nichts, weil sie…

  1. nicht an der Wurzel des Problems ansetzen;
  2. die negativen Glaubenssätze und Denkgewohnheiten rund ums Essen noch verstärken.

3. Den Teller leeressen – es ist emotionales Essen!

Der Zwang, immer alles aufessen zu müssen, ist eng verbunden mit emotionalem Essen.

Emotionales Essen, oder genauer, emotionsregulierendes Essen, ist dadurch gekennzeichnet, dass du Essen als Ersatz benutzt, um Bedürfnisse zu befriedigen oder Gefühle zu unterdrücken bzw. mit ihnen klarzukommen.

Du glaubst mir nicht?

Sicher kennst du Personen, die sich von Chips und Gummitieren zu ernähren scheinen und trotzdem gertenschlank sind.

Das liegt nicht an ihrer Ernährung, sondern daran, dass diese Menschen nicht aus emotionalen Gründen essen. Dadurch nehmen sie automatisch weniger zu sich als emotionale Esser:innen, deren Ernährung (beispielsweise) überwiegend aus Gemüse, Vollkorngetreide und „gesunden Fetten“ besteht.

Woran erkennst du, dass du aus emotionalen Gründen (über)isst?

  • Du freust dich auf die nächste Mahlzeit. Essen ist Tageshighlight.
  • Nach dem Essen steht dir eine Aufgabe bevor, auf die du keine Lust hast.
  • Essen ist deine einzige Pause.

Emotionales Essen zu erkennen und zu reduzieren ist ein zentraler Bestandteil im Schlanke-Gedanken-Coaching.
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